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Wie schreibe ich einen Leserbrief? Mit Beispielformulierungen!

Der Leserbrief ist eine der Maturatextsorten, wird dir aber bereits vor der Matura in Form von Hausübungen und Schularbeiten begegnen. Beim Leserbrief wird in der Regel eine Wortanzahl zwischen 270-330 Wörtern erwartet, die eingehalten werden sollte. Was die wichtigsten Elemente eines Leserbriefs sind und wo am häufigsten Fehler passieren, erfährst du in diesem Artikel.

 

Was ist überhaupt ein Leserbrief?

Ein Leserbrief ist eine persönliche Meinung oder Stellungnahme zu einem bestimmten Thema, das in einem Zeitungsartikel oder einer anderen Veröffentlichung behandelt wurde.

 

Der Aufbau eines Leserbrief

Wie bei allen Maturatextsorten gibt es einen bestimmten Aufbau, an den du dich halten sollst, wenn du einen Leserbrief für eine Schulaufgabe schreiben musst. Ich empfehle dir folgende Struktur:

1. Anrede

Beginne den Leserbrief mit einer höflichen Anrede, z. B.:

Lieber Herr/Frau [Name des/der Journalist/in], …
Liebes Redaktionsteam, …
Sehr geehrte Redaktion der [Zeitung/Magazin], …


Tipp:

Achte bei der Anrede darauf, ob du sie mit einem Ausrufezeichen (“!”) oder einem Beistrich (“,”) beendest. Nach einem Ausrufezeichen beginnt ein neuer Satz, wo du den ersten Buchstaben unbedingt großschreiben musst, während nach einem Beistrich auch ein kleingeschriebenes Wort folgen kann.


2. Bezug zum Artikel herstellen

Gib an, auf welchen Artikel du dich beziehst, und benenne das Thema, z. B.:

Ich beziehe mich auf Ihren Artikel „[Titel des Artikels]“ vom [Datum].
Ihr Artikel über [Thema] hat mein Interesse geweckt und ich möchte dazu Stellung nehmen.


Tipp:

Bei Schulaufgaben wird oft erwartet, dass du dich an dieser Stelle persönlich vorstellst und positionierst, z. B.:

Mein Name ist [Vorname Nachname] und ich bin eine 14-jährige Schülerin des Gymnasiums “Auf der Schmelz”. Der Artikel hat mich neugierig gemacht, weil …
Als Schüler kurz vor der Matura hat mich das Thema des Artikels besonders interessiert, denn …

Achte darauf, wie es bei Hausaufgaben von dir erwartet wird!


3. Eigene Meinung ausdrücken

Erkläre, was du von dem Artikel hältst. Du kannst zustimmen, widersprechen oder ergänzen, z. B.:

Ich stimme Ihrer Meinung zu, weil …
Meiner Ansicht nach fehlt in Ihrem Artikel ein wichtiger Aspekt, nämlich …
Ich sehe das Thema anders, denn …


Tipp:

Hier kannst (oder sollst) du auch persönliche Erfahrungen anführen. Wenn dir überhaupt keine persönliche Erfahrung einfällt, dann kannst du auch eine erfinden.
Wichtig ist aber, dass sie wahr sein KÖNNTE.


4. Argumente anführen

Begründe deine Meinung mit 2-3 überzeugenden Argumenten, z. B.:

Ein Grund dafür ist …
Außerdem sollte man bedenken, dass …
Besonders wichtig finde ich …


Tipp:

Achte darauf, dass du nicht unbeabsichtigt eine Erörterung oder eine Zusammenfassung schreibst. Du sollst nicht nach der Reihe die Argumente des Begleittextes in eigenen Worten wiedergeben, sondern etwas Eigenes hinzufügen.


5. Schluss und Ausblick

Fasse deine Meinung zusammen und schließe mit einem Ausblick, einem Appell oder einer Empfehlung, z. B.:

Abschließend möchte ich betonen, dass …
Ich hoffe, dass …
Vielen Dank für die Möglichkeit, meine Meinung mitzuteilen!
Wirklich zu wünschen wäre, dass mehr Menschen …
Nach diesem Artikel werde ich weiterhin ein treuer Abonnent der Zeitung bleiben!
Auch wenn ich einige Kritik geäußert habe, möchte ich insgesamt doch ein Lob aussprechen, denn …

6. Verabschiedung und Name

Beende den Leserbrief höflich, z. B.:

Mit freundlichen Grüßen,
[Vorname Nachname]

 

Wie übe ich einen Leserbrief am besten?

Lies dir andere Beispieltexte für Leserbriefe durch, die du in deinem Schulbuch oder im Internet (Google: “Lesertext Beispiel”) heraussuchst. Achte auf die verschiedenen Elemente des Leserbriefs und wie bestimmte Stellen formuliert sind (z. B. die Anrede, die Quellenangabe, die Verabschiedung etc.). Markiere oder schreibe Formulierungen ab, die dir besonders gelungen erscheinen und versuche sie selbst anzuwenden. Mache dir bewusst, welche Fehler dir besonders häufig passieren (das weißt du z. B. durch Hausaufgaben) und konzentriere dich beim Schreiben und Überarbeiten eines Textes besonders auf diese “persönlichen Fehlerquellen”. Wenn du diese Tipps befolgst, wirst du merken, wie du mit jedem Text besser und besser wirst :)


Ich wünsche dir viel Erfolg bei deiner nächsten Schularbeit!

Letta Pirker